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MTU Studien-Stiftung

10 Jahre MTU Studien-Stiftung

Seit zehn Jahren fördert die MTU Studien-Stiftung begabte und engagierte junge Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen. Ein Jubiläum, das am 29.04.2010 im Museum der MTU Aero Engines GmbH gefeiert wurde. Provokativ stand das Motto im Vordergrund „Frauen in der Technik - Erfolgsfaktor oder Störfaktor?“ um das es in einem Vortrag am Nachmittag ging.

„Was für ein Bild hat noch heute jedermann im Kopf, wenn er an einen Ingenieur denkt“, fragte Gastrednerin Professor Susanne Ihsen in die Runde. Dann projizierte sie kurzerhand die beiden wohl berühmtesten Ingenieure der Filmgeschichte an die Wand: Daniel Düsentrieb aus Entenhausen und Montgomery „Scotty“ Scott, den Chefingenieur an Bord des Raumschiffs Enterprise. „Was lehrt uns Düsentrieb? Ingenieure sind ausschließlich männliche Enten, nicht sonderlich kommunikativ gegenüber Laien und lösen Probleme, die wir gar nicht haben. Was lehrt uns Scotty? Ingenieure verraten uns anschließend nie, wie sie die Probleme gelöst haben. Vor allem aber sind sie, selbst in der Zukunft, noch immer männlich.“

Es ging also um Vorurteile an diesem Nachmittag, und um Vorurteile und deren Beseitigung ging es der MTU bereits vor zehn Jahren, als sie die MTU Studien-Stiftung zur Förderung besonders begabter und engagierter junger Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen ins Leben rief.

Noch heute sind Frauen in den sogenannten MINT-Studiengängen verhältnismäßig unterrepräsentiert. Und genau hier setzt die MTU Studien-Stiftung an: sie versucht vorhandene Potenziale aufzuspüren und mit ihren Förderprogrammen weiterzuentwickeln.
Viele ehemalige und aktuelle Förderkandidatinnen waren erschienen, um den Nachmittag zum regen Austausch zu nutzen, ganz im Sinne der Studienstiftung: von Ingenieurin zu Ingenieurin. „Es gibt nicht viele Förderprogramme an den Hochschulen, die sich explizit an Frauen wenden“, erzählte eine Förderkandidatin, die im zehnten Semester Verfahrenstechnik an der Universität Mannheim studiert und seit zwei Jahren von der MTU Studien-Stiftung gefördert wird. „Die Stiftung hat mir in der Vergangenheit wirklich sehr weitergeholfen. Sie unterstützt mich finanziell und vermittelt mir kompetente Ansprechpartner bei allen Problemen und Fragen, die sich mir stellen könnten.“

Auch Gudrun Bauer und Lili Scheiermann, Vorstandsmitglieder der Studienstiftung, nutzten die Gelegenheit, die Notwendigkeit von Förderprogrammen für junge Ingenieurinnen hervorzuheben und damit die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu unterstützen. Frauen sollen zu naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen ermutigt werden und sich den Anforderungen einer Führungsposition zu stellen. „Und während in Politik und Wirtschaft in der Regel sehr viel über Frauen in Führungspositionen geredet wird, hat die MTU bereits vor zehn Jahren damit begonnen, auch wirklich zu handeln“, erklärt Bauer.

Diejenigen Ingenieurinnen, die von der MTU gefördert werden, erhalten nicht bloß finanzielle Unterstützung. Eine Förderkandidatin gab am Donnerstag lächelnd zu, dass die jährlich stattfindenden „Stiftungstage“ das eigentliche „Highlight“ des Förderprogramms seien. Die Stiftungstage stehen unter einem bestimmten Motto und sollen vor allem die sogenannten „Soft Skills“ der angehenden Ingenieurinnen trainieren. So ging es in den letzten Jahren beispielsweise um die Themen "Assessment Center" oder "Projektmanagement - Outdoor erleben“.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier gab es noch eine Podiumsdiskussion in der das Thema „Frauen in der Technik - Erfolgsfaktor oder Störfaktor“ anhand der aufgestellten Thesen kontrovers diskutiert wurde. Die Frauenquote an den deutschen Universitäten hat sich zwar im Vergleich zu früher verbessert, der Studienstiftung der MTU wird dennoch auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe zukommen.

Doch für die Zukunft, machte es Gastrednerin Susanne Ihsen deutlich, ändert sich auch bei „Star Trek“ die Situation der Ingenieurinnen erst dann, wenn auch die Akzeptanz von Frauen in Führungskräften höher ist: In der vierten Generation der Serie, an Bord von „Raumschiff Voyager“, gibt es die erste Chefingenieurin, gemeinsam mit einem ersten weiblichen Captain.

Zehn Jahre MTU Studien-Stiftung: Gemeinsam feierten die Nachwuchsingenieurinnen das Jubiläum im Museum der MTU.
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